Es war das sportliche Geburtstagsgeschenk, das die Mannschaft ihrem Trainer Valentin Schmidt anlässlich seines Ehrentages machte. Kein Geschenk mit einer protzigen Schleife und viel Glitzer auf der Verpackung, aber eben doch zwei Punkte auf der Habenseite – und das war letztlich das, was zählte in der Sporthalle Mittelstadt.
Auf der Eintracht-Bank hatten am Sonntagnachmittag dabei zwei Personen Platz genommen, die dort nicht immer sitzen. Weil der etatmäßige Co-Trainer Rico Gutschlag mit der 3. Mannschaft in Dortmund unterwegs war, unterstützte Zweitliga-Cheftrainer Pavel Prokopec. Außerdem lief U19-Coach Jan-Lars Gaubatz als Backup für Rechtsaußen Jan-Niclas Schneider auf.
Besser ins Spiel fanden indes die Gäste, die über weite Strecken der ersten 30 Minuten in Führung lagen. In einem offenen Schlagabtausch mit viel Tempo und (zu vielen) weniger erfolgreichen Abwehrsequenzen auf beiden Seiten, setzte sich der TVB bisweilen auf bis zu drei Treffer ab, die Eintracht kam aber immer wieder heran und führte nach 27 Minuten durch Kapitän Arne Quittmann erstmals seit dem 1:0 wieder (16:15). Und dennoch: Der 18:19-Pausenrückstand beinhaltete reichlich Analysepotenzial für die Gastgeber.
Und das Trainerteam drehte augenscheinlich an den richtigen Stellschrauben. In Abschnitt zwei jedenfalls stand die Abwehr deutlich kompakter und hatte mit „Toto“ Schmidt einen ausgezeichneten Rückhalt im Tor hinter sich. Der Routinier, erst vor Kurzem aus einer langen, krankheitsbedingten Pause in den Wettkampfbetrieb zurückgekehrt, zeigte eine ganz starke Leistung und war mit etlichen Paraden daran beteiligt, dass sein Team langsam, aber sicher Oberwasser erlangte.
Phil Kauert traf vom Siebenmeterpunkt und von Linksaußen, Alex Knak hatte bei seinem Comeback nach auskurierter Fußverletzung direkt wieder viel Tiefe in seinen Aktionen, Jonas Queckenstedt führte umsichtig und torgefährlich Regie, die rechte Angriffsseite (Phillip Sekowski/Jan-Niclas Schneider) traf ebenso wie die Kreisläufer Arne Quittmann und Niklas Pfalzer.
Kurzum: Das Eintracht-Kollektiv stellte die Weichen nicht auf einen Schwung, wohl aber sukzessive in Richtung Sieg. Und so bereiteten sich die Hagener Fans beim 35:31 bereits aufs Jubeln vor, knappe drei Minuten waren da noch auf der Uhr. Aber es wurde noch einmal eng. Bissendorf ging „All in“, öffnete die Abwehr komplett und kam tatsächlich bedrohlich nahe heran. Mit sieben Feldspielern zwang die Eintracht den Gast zwar wieder zurück, verdaddelte aber den Ball und kassierte tatsächlich noch den Anschlusstreffer. Der erlösende 36. Treffer gelang zwar nicht mehr, dafür aber hielt die Abwehr – siehe oben.
Tiefes Durchatmen. Dann der Jubel. Die Kerzen auf Valentin Schmidts Geburtstagstorte flackerten am Ende zwar noch kurz, aber sie brannten auch nach 60 Minuten noch. Wie gesagt: Allein das zählte an diesem Tag…
Eintracht: Brockmeyer, Schmidt – Diehl, Mielke, Gaubatz, Knak (5), Kauert (8/4), Ntodonke, Funke (2), Queckenstedt (3), Pfalzer (2), Trute (2), Bökenkamp (3), Quittmann (5), Schneider (2), Sekowski (3)
TVB: Behrenswerth, Ullrich – Jenner, Meyer (4), Seger, Klose (1), Tamms (3), Brack (2), C. Rußwinkel (9/1), Bormann (3), Goldbeck (4), Schaffert (1), F. Rußwinkel (4), Chamberlain (2), Guhe (1), Kurchev
Schiedsrichter: Dominik Zahs/Nils Zahs (Düsseldorf/Haan)
Zeitstrafen: Eintracht 4, TVB 3
Siebenmeter: Eintracht 4/4, TVB 1/2 (verworfen: C. Rußwinkel)
Zuschauer: 189


