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Nicht mit allen, aber mit vielen Dingen seines extrem jungen Kaders zufrieden: U23-Trainer Valentin Schmidt.

Valentin Schmidt: "Emsdetten gehört nicht in die 3. Liga"

Feuertaufe für die jüngste U23 der Eintracht aller Zeiten: Mit einem Durchschnittsalter von 20,2 Jahren waren die Grün-Gelben am Freitagabend zum Top-Favoriten und souveränen Tabellenführer TV Emsdetten gefahren. Am Ende standen eine 26:35-Niederlage des Hagener "Kindergartens" mit sechs A-Jugendlichen im Aufgebot, aber auch viele positive Aspekte vor beeindruckender Kulisse.

Seit Wochen war die Begegnung in der Emshalle mit 2200 Zuschauern restlos ausverkauft. „Das sagt vieles“, zeigte sich auch Eintracht-Trainer Valentin Schmidt beeindruckt, „hier wird scheinbar einiges richtig gemacht.“ Schmidt hatte in Absprache mit den Trainern der parallel im Einsatz befindlichen 1. und 3. Mannschaft abermals mächtig improvisieren müssen. Ein halbes Dutzend U19-Spieler, dazu angesichts des Linkshänder-Engpasses Marc Ingwald aus der 3. Mannschaft, fuhren mit ins nördliche Münsterland. Dafür gab die U23 mit Jonas Queckenstedt und Moritz Bökenkamp zwei ihrer verbliebenen Leistungsträger ans Zweitliga-Team ab.

Diese junge Mannschaft, deren Durchschnittsalter nur von „Toto“ Schmidt und Florian Diehl nach oben getrieben wurde, hielt in der Startviertelstunde noch sehr ordentlich mit (4:6/Jannik Mielke per Siebenmeter, 14.), musste dann aber binnen weniger Minuten komplett abreißen lassen. Vor allem im Rückzug lief die Eintracht dem Tabellenführer fortan hinterher. Ein 0:5-Lauf zeigte nun deutlich die Richtung an, zur Pause hatte sich Emsdetten mit der vollen Wucht eines Top-Teams auf 20:10 abgesetzt. Tempo, immer wieder Tempo: Am Ende des Tages standen 19 (!) Tore der Gastgeber auf dem Statistikbogen, die aus erster oder zweiter Welle resultierten. „Das ist natürlich viel zu viel, um für irgendetwas infrage zu kommen“, so Valentin Schmidt in der Rückschau.

Aber, und auch das gehörte zur Wahrheit dazu, die Eintracht tat das, was sie schon beim Auswärtsspiel in Hamm getan hatte. Sie brach trotz scheinbar übermächtigen Gegners und toller Kulisse eben nicht in sich zusammen. Ganz im Gegenteil: Gegen einen nun kräftig durchrotierenden TVE erwischte die Eintracht einen guten Start, hatte binnen zehn Minuten auf 17:23 verkürzt. 

Mutig suchten die Gäste von der Volme immer und immer wieder den Infight, wobei die jungen Spieler wie Jannik Mielke und Anton Trute sogar noch vorangingen. „Wir wussten, dass wir unheimlich viele Zweikämpfe würden führen müssen“, gab TVE-Coach Lennart Lingener im Anschluss zu Protokoll und justierte in einer frühen Auszeit (41.) nach. Und so kam die Eintracht nicht noch näher heran, durfte am Ende aber einen Achtungserfolg verbuchen, waren die zweiten 30 Minuten doch in der isolierten Betrachtung mit 16:15 an Hagen gegangen.

Und so waren beide Trainer in ihrer Bilanz nicht unzufrieden. „Emsdetten gehört nicht in die 3. Liga“, bilanzierte Valentin Schmidt, und dürfte mit seiner Sichtweise, dass der TVE in der Aufstiegsrelegation ein ganz heißer Anwärter auf einen der zwei Zweitliga-Plätze ist, nicht alleine stehen. Und auch Lennart Lingener verbuchte den Tag neben den nackten zwei Punkten als Erfolg, stellte die TVE-Marschroute in den Vordergrund – ähnlich wie in Hagen –, junge Eigengewächse an Dritt- und Zweitliga-Niveau heranführen zu wollen, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Wie geht es weiter? – Auf die Eintracht wartet nun die so dringend benötigte Regenerationsphase. Erst am 4. April geht es mit dem Auswärtsspiel beim Wilhelmshavener HV weiter. Deshalb trifft sich die Mannschaft am Montag nur zu einem lockeren Kick, ehe eine mannschaftstrainingsfreie Woche folgt. Und dann beginnt sie, die Vorbereitung auf die letzten sechs Spieltage, die so viele wichtige Partien bereithält im Kampf um den Klassenverbleib. Mit dem Mut, den einige der letzten Spiele gemacht haben, und mit hoffentlich wieder breiterem Kader…


TVE: Dreyer, Krechel – Terhaer (8/2), Budelmann (1), Träger (1), Gorpishin (1), Klein (2), Dörtelmann, Hasenkamp (2), Jansen (2), Timm (2), Kluwe (3), Esche (3/1), Damböck (1), Szeles (8), Riksten (1)
Eintracht: Schmidt, Brockmeyer – Diehl (1), Mielke (5/1), Berghaus, Knak, Flüs, Kauert (3/1), Ntodonke (1), Funke (4), Ingwald (4/1), Ernst, Pfalzer (2), Trute (3), Sekowski (3)
Schiedsrichter: Christian Schneider/Sascha Brendel (Düsseldorf/Schwerte)
Zeitstrafen: TVE 4, Eintracht 1
Siebenmeter: TVE 3/4 (verworfen: Terhaer), Eintracht 3/5 (verworfen: Mielke, Kauert)
Zuschauer: 2200 


Die Pressekonferenz mit beiden Trainern gibt es auf dem Youtube-Kanal des TV Emsdetten (Start der PK bei 14:45 min).

Nicht mit allen, aber mit vielen Dingen seines extrem jungen Kaders zufrieden: U23-Trainer Valentin Schmidt.