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Die blutjunge U23 (und Tim Knutzen) nach dem Überraschungssieg im Bremer Süden: Mit "losgelöst" ist die Stimmung nur unzureichend beschrieben...

U23 sammelt in Bremen die bemerkenswertesten Punkte der Hinserie ein

Wenn es in der Rückschau auf die Hinrunde in der 3. Liga Nord-West aus Sicht des VfL Eintracht Hagen eine Rangfolge der bemerkenswertesten Spiele geben würde, die gestrige Partie beim ATSV Habenhausen würde wohl den Spitzenplatz belegen. Mit einer absoluten Rumpftruppe, die in dieser Besetzung nie wieder zusammenspielen wird, gewannen die Grün-Gelben 35:30 (16:15) im Bremer Süden und haben sich die dringendst notwendige Weihnachtspause mehr als verdient.

“Ohne Zwölf” hatte die Eintracht die Fahrt in die Hinni-Schwenker-Halle antreten müssen. Verletzungen, Krankheit plus zwei Abstellungen ans Zweitliga-Team hatten den Kader beinahe bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die in der Verbandsliga beheimatete 3. Mannschaft und die Bundesliga-U19 halfen mit reichlich Personal aus, nachdem das Schlusslicht die Hagener Bitte um Spielverlegung abgelehnt hatte.

Als “Herkulesaufgabe” hatten wir an dieser Stelle die Partie bezeichnet, doch Eintracht-Trainer Valentin Schmidt tat das, was er in solchen Fällen immer tut: ans Team glauben - egal, wie aussichtslos die Lage auch sein mag. “Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass wir eine Chance haben, hier zu gewinnen. Wie dann alle dran gezogen haben, das war brutal!”

Bei allem (berechtigten) Lob für die Spieler, die nahezu durch die Bank Außergewöhnliches leisteten, muss die Anerkennung aber auch auf die Coaches ausgedehnt werden. Valentin Schmidt und sein “Co” Rico Gutschlag, in ihrer aktiven Zeit jeweils als hochintelligente Spielmacher bekannt, hatten sich in Sachen Taktik eine Menge einfallen lassen. “Wir haben etwas gebastelt”, schmunzelte Schmidt. Wobei die Begrifflichkeit “etwas” etwas untertrieben war.

Dass die Eintracht-Abwehr häufig die Abwehrsysteme switchte - erwartbar. Dass die Grün-Gelben aber über weite Strecken im 7-gegen-6 angriffen und das meist mit drei (!) Kreisläufern taten, diese Maßnahme trug die Volmestädter durch die Partie. Auch das 7-gegen-5-Überzahlspiel fruchtete, hinzu kam eine außergewöhnlich niedrige Zahl technischer Fehler. Derer drei in 60 Minuten standen am Ende auf dem Statistikbogen - ein Top-Wert.

Da konnte es sich die Eintracht sogar leisten, dass das Torhüterduell deutlich an den ATSV ging. Hagener Taktik gepaart mit Jonas Queckenstedt, Bene Israel, Chris Funke oder Anton Trute, die aus dem Kollektiv noch herausstachen, sorgten dafür, dass abgesehen vom 5:5 (10.) immer, aber wirklich immer die Eintracht führte, die sich selbst aus kritischen Situationen (27:28/51.) bemerkenswert abgeklärt befreite. Phil Kauert, Bene Israel und Jonas Queckenstedt hießen in der Crunchtime die Torschützen jenes vorentscheidenden 3:0-Laufes zum 27:31 (56.). Damit war der ATSV-Widerstand gebrochen und die Jubelvorbereitungen auf der Eintracht-Bank begannen…

“Ich kann aus dieser Mannschaftsleistung wirklich niemanden herausheben”, gab's im Anschluss hochverdientes Trainerlob für das grün-gelbe Kollektiv, das sich die Pause hart erwarbeitet hat. Mit 14:16 Punkten überwintert die Eintracht auf Rang sieben. Das sind fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. 

Weiter geht es für die Eintracht am Sonntag, 18. Januar, mit dem Auswärtsspiel beim OHV Aurich (17 Uhr, Sparkassen-Arena).


ATSV: Oyewusi, Otte - Wennink, Bonnet (3), Ellendt, Grieme (2), Holst (8), Skwarcynski (2), Beckmann, Millahn, Feller, Pogorzalski (4/2), Horstmann (2), Hoff (9)
Eintracht: Brockmeyer, Drees - Berghaus, P. Ricker, Czerkawski, Flüs, Kauert (4), Funke (3), Queckenstedt (6), Israel (11/6), Pfalzer (3), Trute (5), Hurlbrink, Quittmann, Schneider
Schiedsrichter: Philipp Etzold/Lennard Zerlin (Magdeburg/Halle)
Zeitstrafen: ATSV 2 plus Rote Karte gegen Grieme (20./grobes Foulspiel), Eintracht 1
Siebenmeter: ATSV 2/4 (verworfen: Horstmann/2), Eintracht 6/9 (verworfen: Israel/2, Kauert)
Zuschauer: 199

Die blutjunge U23 (und Tim Knutzen) nach dem Überraschungssieg im Bremer Süden: Mit "losgelöst" ist die Stimmung nur unzureichend beschrieben...