Der wichtigere Teil des Abends fand ausnahmsweise aber nicht während der 60 Minuten auf der Platte, sondern im Anschluss statt. Sebastian Schneider, Geschäftsführer der Handball-Förder gGmbH der Eintracht, verabschiedete gleich neun Spieler, die in der neuen Saison nicht mehr das Trikot der U23 tragen werden.
Nicht alle indes verlassen den Verein. Tim Knutzen, Florian Diehl, Chris Funke und Julius Häseler verstärken künftig die 3. Mannschaft in der Verbandsliga, teilweise mit einer Stand-by-Option, falls es in der U23 richtig eng werden sollte. Zum HC Eintracht Hildesheim zieht es – wie berichtet – Felix Ntodonke, während sich Simon Czerkawski dem HC Westfalia Herne anschließt. Alex Knak will sich künftig auf sein Studium konzentrieren und tritt kürzer. Eine Handballpause legt Jonas Queckenstedt ein. Last but not least pausiert Moritz Bratzke verletzungsbedingt weiterhin. Für alle gab's Präsente und Erinnerungsstücke an eine lange, fordernde Saison.
Das vorangegangene Spiel gegen das Schlusslicht aus Bremen hatte keine Handball-Feinkost, wohl aber einen Rekord geboten. Es dauerte geschlagene 19 Minuten und 38 Sekunden, ehe die Eintracht ihr erstes Gegentor an diesem Abend kassierte. Eine überragende Abwehr inklusive des bärenstarken Sven Brockmeyer im Tor, eine gute Portion ATSV-Wurfpech und der eine oder andere Pfiff gegen die Gäste sorgten für dieses Kuriosum. Die Eintracht musste sich ihrerseits den Vorwurf gefallen lassen, bis zu diesem Zeitpunkt nicht deutlich höher als 7:0 geführt zu haben.
Einen 8-Tore-Vorsprung transportierten die Grün-Gelben, die munter durchwechselten und dem Anlass geschuldet in zum Teil ungewöhnlichen Formationen spielten, bis kurz vor die Schlussviertelstunde. Die nicht aufsteckenden Gäste arbeiteten sich dann noch etwas heran, eng wurde es aus Hagener Sicht aber nicht mehr.
Und sonst? „Pechvogel“ des Abends war Eintracht-Kreisläufer Niklas Pfalzer, der eine Sprunggelenksverletzung in die nun folgende Übergangszeit mitnimmt. Außerdem verpasste Tim Knutzen mit einem filigranen Heber vom Siebenmeterpunkt haarscharf einen letzten Drittliga-Treffer und zeigte ATSV-Top-Torschütze Caio Pogorzalski (8/3), dass die Eintracht-Fans sich ab dem Sommer auf einen hochveranlagten Rückraumspieler freuen dürfen.
Und dann war sie vorbei, die zweite Drittliga-Saison einer Hagener U23. Mannschaft und Staff ließen den Abend gemeinsam beim Italiener ausklingen. Am Dienstag geht es für einen Teil des Teams zum Kultururlaub nach Mallorca, es folgt eine Regenerationsphase und dann auch bald schon die Preseason mit Blick auf die Serie 2026/27. Aber das sind die Themen von übermorgen…
Eintracht: Brockmeyer, Schmidt – Diehl, Mielke (1), Czerkawski (3), Knutzen, Knak, Flüs (1), Ntodonke, Funke (4), Queckenstedt (3), Half, Pfalzer (1), Bökenkamp (2), Schneider (1), Sekowski (8/4)
ATSV: Oyewusi, Johannisson, Otte – Bonnet (3), Grieme, Holst (1), Skwarczynski (2), Schluroff, Jurkowski, Millahn, Feller (4), Pogorzalski (8/3), Hoff (1), Mühlenbruch, Beckmann, Witte
Schiedsrichter: Jannik Weist/Nico Schöttelndreher (Netphen/Gladbeck)
Zeitstrafen: Eintracht 3, ATSV 7
Siebenmeter: Eintracht 4/7 (verworfen: Sekowski/2, Knutzen), ATSV 3/4 (verworfen: Holst)
Zuschauer: 140


