Was die Personallage angeht, bleibt es weiter wie verhext bei den Grün-Gelben. Nachdem schon in der reduzierten zurückliegenden Trainingswoche mit gerade einmal zwei Einheiten klar war, dass Alex Knak mit seiner Schulterverletzung aus dem Bissendorf-Spiel würde passen müssen, meldeten sich auch Kapitän Arne Quittmann, Torhüter Sven Brockmeyer und Mittelmann Chris Funke krankheits- bzw. verletzungsbedingt ab. Jannik Mielke und Anton Trute blieben überdies bei der U19. Kurzum: Zehn Feldspieler plus zwei Torhüter bildeten das schmale Aufgebot der Mannschaft von Valentin Schmidt.
Dass dieser arg geschrumpfte Kader dennoch über weite Strecken sehr gut mithielt und in mehreren Situationen sogar die Möglichkeit hatte, die Partie in die eigene Richtung zu drehen – das war der wichtigste von einigen positiven Aspekten des Abends. Vom Start weg entwickelte sich in der horatec-Arena zu Augustdorf eine Partie auf Augenhöhe. Beide Mannschaften hielten sich nicht mit langen Vorreden auf, drückten aufs Tempo. Bei der Eintracht war es die Achse Jonas Queckenstedt/Niklas Pfalzer, die viele Akzente setzte. Etwas später sollte mit Linkshänder Philipp Sekowski ein weiterer Aktivposten hinzukommen.
2:2, 5:5, 7:8, 11:11, 11:13 und zur Pause 15:14: Es war ein unterhaltsames Spiel vor 435 Zuschauern, mit jeweils offensiven Abwehrreihen und zwei Torhütern Linus Borreck (Lippe II) und „Toto“ Schmidt (Hagen), die sich ein Fernduell auf starkem Niveau lieferten. Den Start in Halbzeit zwei verpasste die Eintracht dann ein Stück weit. Nachdem die Gastgeber in Person von Sadik Emre Herseklioglu – der türkische Nationalspieler war am Ende mit sieben Treffern bester Torschütze des Team Lippe II – zum 20:16 (39.) getroffen hatte, drohte der Eintracht früh der Anschluss verloren zu gehen.
Doch erneut kamen die Falken zurück, legten einen 6:2-Lauf hin und waren bei Moritz Bökenkamps Treffer zum 22:22 (49.) wieder komplett zurück im Spiel. Es war rückblickend jene Phase der Partie, in der das Momentum im Idealfall komplett zugunsten der Grün-Gelben hätte kippen können. Tat es aber nicht. Mehrere Chancen zur Führung ließ die Eintracht aus und biss sich dennoch durch die Crunchtime. Zweimal Niklas Pfalzer und einmal Jonas Queckenstedt hielten die Hoffnung auf zumindest einen Punkt bis zum Schluss offen, ehe Hark Hansen für die Ostwestfalen den Deckel draufmachte auf eine unterhaltsame Partie.
Eintracht-Trainer Valentin Schmidt wusste das Gesehene einzuordnen. „In der entscheidenden Phase fehlt uns die Breite. Aber die Jungs haben wirklich alle reingeworfen in dieser Besetzung. Ich bin stolz auf die Mannschaft“, bilanzierte der Coach.
Die „Ostwestfalen-Wochen“ der U23 werden am Samstag kommender Woche fortgesetzt. Dann gastiert der Tabellenfünfte TSG A-H Bielefeld in der Sporthalle Mittelstadt. Anwurf ist um 19.30 Uhr.
Team Lippe: Heine, Borreck – Kleimann, Wöffler (1), Hersekliogu (7), Byczek, Kracht, Carstensen (7), Brföhl, Puls (3/1), Bakker (1), Bilanzola (1), Kehrmann (2), Hansen (6/1), Rahmlow (3)
Eintracht: Schmidt, Rohmann – Diehl (2), Storch, Czerkawski, Kauert (5/4), Ntodonke (2), Queckenstedt (4), Pfalzer (6), Bökenkamp (1), Schneider (2), Sekowski (7)
Schiedsrichter: Benjamin Schaper/Stefan Jedrzejak (Berlin)
Zeitstrafen: Team Lippe 3, Eintracht 1
Siebenmeter: Team Lippe 2/4 (verworfen: Hansen/2), Eintracht 4/4
Zuschauer: 435


