„Ein großes Stück weit haben wir uns selbst geschlagen“, bekannte Eintracht-Trainer Valentin Schmidt nach dem Schlusspfiff. 20 Fehlwürfe standen auf dem Statistikbogen von Eintracht-"Co" Rico Gutschlag. Nicht nur, dass die Grün-Gelben fünfmal vom Siebenmeterpunkt am „Mann des Abends“, WHV-Torhüter Konstantin Madert, gescheitert waren – auch aus dem freien Spiel heraus, und hier häufig aus der Nahdistanz, war immer wieder Endstation beim 37-Jährigen.
Dabei hatte die Eintracht, die kurzfristig auf Florian Diehl (krank) hatte verzichten müssen, stark begonnen. Keine drei Minuten waren gespielt in der Nordfrost-Arena, da lagen die Gäste von der Volme durch Treffer von Jonas Queckenstedt (2) und Niklas Pfalzer bereits mit 3:0 in Führung. Die Eintracht agierte vorne mit schnellen Beinen, suchte immer wieder die Lücken und erwischte den WHV so zunächst mehr als einmal auf dem falschen Fuß.
Dass es in diesem Stil nicht weitergehen sollte: erwartbar. Wilhelmshaven stabilisierte sich defensiv mit Madert im Rücken, während es vorne Okke Dröge war, der seine Farben heranführte. Beim 7:6 (Jonas Schweigardt/16.) hatten die Hausherren die Partie gedreht, doch die Eintracht stoppte ihren kleinen Negativtrend und gestaltete die Partie offen. „Wir machen das vorne wie hinten gut in der ersten Halbzeit“, lobte Valentin Schmidt. Einzige Ausnahme: „Eigentlich müssen wir plus drei oder plus vier in die Pause gehen.“ Drei vergebene Siebenmeter in Halbzeit eins und – siehe oben – etliche Madert-Paraden verhinderten das.
Der Start in Halbzeit zwei misslang der Eintracht dann gründlich, zumal die Grün-Gelben keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff Moritz Bökenkamp verloren. Der Abwehrchef hatte Tom Frangen im Gesicht getroffen. Dass die Unparteiischen Marc Liesegang/Christopher McClellan der Eintracht Sekunden zuvor erst einen Siebenmeter und ein Offensivfoul verweigerten und auch Frangens Schrittfolge zumindest großzügig auslegten, machte die Lage aus Hagener Sicht nicht besser. Es waren – beidseitig wohlgemerkt – bei weitem nicht die einzigen diskutablen Entscheidungen.
„Aber noch einmal: Dieses Spiel verlieren wir selbst“, wollte Valentin Schmidt keine Ausreden gelten lassen. Sein Team fand fortan nicht mehr ins Spiel. Der defensive Zugriff ging sukzessive verloren, die Abschlusseffizienz blieb niedrig, sodass der WHV vor der Schlussviertelstunde auf 26:20 davongezogen war. Zwar brachte Lewin Half sein Team noch einmal auf 29:32 heran (54.), mehr war aber nicht drin an diesem Ostersamstag.
„Wir müssen jetzt nächsten Samstag irgendwie Spenge hinter uns bringen – und dann geht's viermal um die Wurst“, blickte Valentin Schmidt bereits voraus. Wohl wahr: Nach der Reise nach Ostwestfalen am Samstag (19.15 Uhr, Großturnhalle Spenge) folgen mit dem TSV GWD Minden (H), der Ahlener SG (A), der HSG Varel (A) und dem ATSV Habenhausen (H) jene Gegner, gegen die die Eintracht den Liga-Verbleib unter Dach und Fach bringen will.
WHV: Madert, Lefan – Postel (6), Voigt, Trninic, Dröge (10), Repusic (5), Otten (1), Schweigart (3), Herlein, Kozul (6/1), Frangen (3), Drechsler (1), Theede
Eintracht: Brockmeyer, Schmidt – Mielke (3), Knak (2), Czerkawski, Flüs (1), Kauert (1/1), Ntodonke, Funke (2), Queckenstedt (3), Half (4/1), Pfalzer (6), Trute (1), Bökenkamp (1), Schneider (3), Sekowski (4/1)
Schiedsrichter: Marc Liesegang/Christopher McClellan (Leopoldshöhe/Paderborn)
Zeitstrafen: WHV 6, Eintracht 3 plus Rote Karte gegen Moritz Bökenkamp (35.) wegen groben Foulspiels
Siebenmeter: WHV 1/1, Eintracht 3/8 (verworfen: Kauert/2, Mielke, Half, Sekowski)
Zuschauer: 808


