Rund 150 Eintracht-Mitglieder ließen sich am Montag im Rahmen der Jahreshauptversammlung auf den aktuellen Stand des Vereinslebens bringen.

Mitgliederversammlung 2026: Solider Wachstumskurs und zwei Großprojekte

Weiter wachsende Mitgliederzahlen in Richtung der 1000er-Marke, grundsolide Finanzen, ein intaktes Vereinsleben und zwei große, ambitionierte Projekte: Der VfL Eintracht Hagen ist, das darf getrost als Fazit der Mitgliederversammlung vom Montag gezogen werden, auch für das laufende Geschäftsjahr und darüber hinaus gut aufgestellt.

Die Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums, den meisten Handballern eher bekannt als VIP-Raum während der Zweitliga-Meisterschaftsspiele, präsentierte sich einmal mehr bestens gefüllt. Rund 150 Mitglieder aus allen Abteilungen des Mehrspartenvereins, vom jüngeren Nachwuchs bis zu den Zweitliga-Profis, ließen sich von Eintracht-Präsident Detlef Spruth, der in gewohnter Souveränität launig durch den Abend führte, mitnehmen auf eine knapp zweistündige Reise durch das gesamte Spektrum des Vereins.

Aber wer ist das eigentlich, „der Verein“? – Eine Frage, die Spruth schon im Vorfeld gestellt hatte. Die Antwort ist einfach. Eigentlich. „Wir alle sind der Verein. Jedes Mitglied“, rief der Eintracht-Chef der Versammlung zu. „Nur durch das Engagement jedes Einzelnen ist das hier möglich. Jeder trägt dieselbe Verantwortung!“

Zwei spannende Projekte stellte der Eintracht-Präsident der Versammlung vor. Das Trainingszentrum im Industriegebiet Lennetal ist nahezu fertig. Eine Lagerhalle hat der Verein unter der Federführung von Geschäftsführer Fynn Holpert aufwendig umbauen lassen. Eine Handball-Spielfläche mit Originalmaßen, ein separater Athletik-Trainingsraum mit entsprechender Ausstattung, Schulungsräume und Umkleidekabinen. Was noch fehlt, sind die Räumlichkeiten für die Physiotherapeuten, die Ziellinie des Projektes ist aber in Sicht. „Und dann können wir 24 Stunden an sieben Tagen trainieren“, freut sich Spruth über eine „enorme Entzerrung“ der Trainingszeiten in den chronisch überfüllten städtischen Sporthallen.

Erste Erfolge sind schon jetzt sichtbar. Die Jugendabteilung bringt in der Saison 2026/27 14 statt wie zuletzt zehn Mannschaften an den Start – weil einfach mehr Trainingszeiten zur Verfügung stehen. Das führt auch dazu, so stellte Jugendleiter Julien Wegener fest, „dass wir uns nicht nur auf den Leistungssport konzentrieren, sondern auch verstärkt wieder im Breitensport aktiv sein können.“

Und das nächste Großprojekt steht schon in den Startlöchern. Das „Eintracht-Haus“ am Ischeland (ehemaliges Restaurant „Große Mauer“) wird umgebaut, soll künftig der Vereinsgeschäftsstelle, einer Physiotherapie-Praxis und einem Vollzeit-Internat Platz bieten. „Die konkreten Planungen haben begonnen“, so Spruth, “ich bin mir sicher, dass ich Euch bei der nächsten Versammlung in einem Jahr noch viel mehr berichten kann.“

Und sonst? – Eintracht-Geschäftsführer Fynn Holpert berichtete von stetem Wachstum. Die AOK-Sportelsonntage im Winter haben sich längst zum „Quoten-Hit“ entwickelt, lassen die Sporthalle Mittelstadt regelmäßig aus allen Nähten platzen. Um dem großen Interesse an Gesundheitssport gerecht zu werden, hat die Eintracht ihr Portfolio erweitert und eine „Gesund & Fit“-Abteilung gegründet. Abteilungsleiterin ist Annalena Struck.

In den übrigen Abteilungen läuft es ebenfalls rund, wie die Abteilungsleiterinnen und -leiter berichteten. Namentlich: Julien Wegener/Sebastian Schneider (Handball), Gymnastik (Hartmut Dahlbüdding), Leichtathletik (Volker Wulf), Tischtennis (Stefan Isenberg), Kinderturnen (Fynn Holpert für Bettina Klinkmann) und Ehrenrat (Manfred Freitag). Interessanter Fakt: Das Kinderturnen ist mit mehr als 90 Mitgliedern inzwischen die zweitgrößte Abteilung des Vereins. Alle Abteilungsleiter wurden im Anschluss en bloc in ihren Ämtern bestätigt.

Ein Mann des knappen, präzisen Wortes ist bei Jahreshauptversammlungen der Eintracht stets Christian Kampmann. Aus gutem Grund. Der Finanzchef des Vereins legte auch in diesem Jahr ein komplett solides Ergebnis vor. „Wir haben besser abgeschnitten als geplant“, bilanzierte Kampmann und führte unter anderem eine geringe Rückbuchungsquote ins Feld. Die Kassenprüfer Valentin Schmidt und Rico Gutschlag attestierten im Anschluss eine einwandfreie Kassenprüfung. Entsprechend fiel die Entlastung des Vorstandes durch die Versammlung einstimmig ohne Enthaltung aus.

Ausblick aufs laufende Jahr: Das Budget für die Abteilungen bleibt unverändert. Trotz der Tatsache, dass die Gesund & Fit-Abteilung neu dazugekommen ist. Neuer Kassenprüfer für den ausscheidenden Rico Gutschlag ist Stefan Seuthe.

Und auch, wenn der umfangreiche Tagesordnungspunkt „Ehrungen“ traditionell eine gesonderte Berichterstattung erhält, so ist eine noch nie dagewesene Auszeichnung so wichtig, dass sie vorab bereits Erwähnung finden muss: Erhard Braun ist anno 2026 seit 90 (!) Jahren Mitglied der Eintracht. Der Jubilar musste aus gesundheitlichen Gründen an diesem Abend leider passen – die allerherzlichsten Grüße und Genesungswünsche der Versammlung, verbunden mit einem lautstarken, langen Applaus, gingen aber raus an den Rekordhalter in Sachen Mitgliedschaft.