Der VfL Eintracht Hagen trauert um Erhard "Petz" Braun. Die im Alter von 98 Jahren verstorbene Vereinslegende war 90 (!) Jahre lang Mitglied der Grün-Gelben.

Eine Eintracht-Legende ist gegangen: Abschied von Erhard „Petz“ Braun

Der VfL Eintracht Hagen trauert um Erhard „Petz“ Braun. Er starb am frühen Montagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 98 Jahren. Mit ihm verliert der Verein nicht nur sein ältestes, sondern auch sein am längsten treues Mitglied: 90 (!) Jahre lang gehörte Erhard Braun der Eintracht an – eine Zahl, die wohl auf lange Zeit unerreicht bleiben wird.

Mit acht Jahren, im Jahr 1936, fand Erhard Braun über seine Tante Elise und seine Freunde zur Jugendmannschaft der Hagener Handballer. „Eigentlich wollte ich lieber Fußball spielen“, erzählte er gerne, „aber es gab keinen Verein, und so bin ich mit meinen Freunden zum Feldhandball gekommen.“ Die Mitgliedschaft war ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Sein Großvater war Gründungsmitglied von Eintracht Hagen.

Seine Karriere als Spieler der 1. Mannschaft war geprägt von großen Erfolgen. 1942 gewann er mit der Jugendmannschaft die Westfalenmeisterschaft im Dortmunder Stadion Rote Erde. Zu den größten sportlichen Erfolgen als Aktiver zählte der Gewinn des legendären Doubles 1951 – Westfalenmeisterschaft und Westfalenpokal. Ein Jahr später bestand mit der Westdeutschen Auswahl in Groningen gegen Holland seine internationale Bewährungsprobe. 1955 beendete eine Handverletzung, die er sich bei der Hochschulmeisterschaft der TH Aachen zuzog, seine aktive Laufbahn – zehn Jahre, nachdem er erstmals das Trikot der 1. Mannschaft übergestreift hatte.

Erhard Braun war Zeit seines Lebens tief mit Wehringhausen und „seiner“ Eintracht verwurzelt. Der Sportplatz an der Rehstraße, das Stammlokal „Waldlust“, in dem ihm die Frauen seiner Mitspieler einst das Tanzen beibrachten – all das gehörte zu seiner Lebensgeschichte. Nach dem Abitur 1949 und einer Maurerlehre studierte er ab 1952 an der TH Aachen Bauingenieurwesen, unterstützt vom Verein, der ihm die Fahrkosten zwischen Hagen und Aachen erstattete. Später wurde er Verkehrsplaner in Dortmund, wo er sich bis zu seiner Pensionierung 1993 um Autobahnen, Straßen, Radwege und den öffentlichen Nahverkehr kümmerte.

Auch nach dem Ende seiner aktiven Zeit blieb Erhard Braun dem Sport treu: Bis zu seinem 89. Lebensjahr spielte er Tennis bei Flora Hombruch und war leidenschaftlicher Skifahrer, in beiden Disziplinen sammelte er stattliche Pokale. Und auch danach hielt er sich mit dem Fahrrad und Gymnastik fit.

Seiner Eintracht blieb er bis zuletzt eng verbunden. Auch als ihm der Besuch der Heimspiele in der Ischelandhalle altersbedingt nicht mehr regelmäßig möglich war, ließ er sich von seinen Kameraden des Ehrenrats immer auf dem Laufenden halten – hochinteressiert an allem, was bei „seiner“ Eintracht passierte. Für seine Verdienste erhielt er die höchsten Auszeichnungen des VfL Eintracht Hagen sowie des Westfälischen Handballverbandes.

Mit Erhard Braun verliert der VfL Eintracht Hagen eine seiner prägendsten Persönlichkeiten und einen Menschen, der neun Jahrzehnte lang für das stand, was diesen Verein ausmacht: Treue, Leidenschaft und Verbundenheit. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.


Die Trauerfeier findet am Freitag, 7. August, ab 10 Uhr in der evangelischen Kirche am Markt (Harkortstraße 55) in Dortmund-Hombruch statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem evangelischen Friedhof Dortmund-Hombruch (Löttringhauser Straße/weiterer Eingang: Am Hombruchsfeld 15).