Viel versucht, doch am Ende war der Tabellendritte aus Vinnhorst für die massiv ersatzgeschwächte U23 der Eintracht um Trainer Valentin Schmidt eine Nummer zu groß.

U23 muss nach 20 Minuten nachhaltig abreißen lassen

Keine selbsterfüllende Prophezeiung, wohl aber ein Stück weit erwartbar: Die U23 der Eintracht war am Freitagabend zum vorgezogenen Rückrundenstart in der 3. Liga Nord-West gegen den Tabellendritten TuS Vinnhorst chancenlos. Mit 23:34 (9:18) zogen die Grün-Gelben vor knapp 200 Zuschauern in der heimischen Mittelstadthalle den Kürzeren.

Kurzfristig hatten verletzungsbedingt auch noch Kapitän Arne Quittmann und Linkshänder Jannik Mielke passen müssen, es war buchstäblich das „letzte Aufgebot“ der Grün-Gelben, das sich den ebenfalls nicht kompletten Gästen entgegenstemmte.

Zunächst gelang das noch recht ordentlich. Chris Funke setzte in der Rückraummitte so manchen Nadelstich, drei der ersten vier Hagener Tore gingen auf sein Konto. Noch beeindruckender freilich die Quote von Vinnhorst-Linkshänder Maurice Lungela. Bis zur 5:3-Führung der Gäste traf ausschließlich der Mann mit der Nummer 17. Am Ende sollte es der Rückraumspieler auf sage und schreibe 16 Treffer gebracht haben, inklusive einer 100-Prozent-Quote vom Siebenmeterstrich (7/7) - der Vinnhorster Unterschiedsspieler war von der Eintracht-Abwehr nie zu verteidigen.

Bis zum 8:11 (Florian Diehl/19.) hielt die Eintracht dennoch gut mit, verpasste sogar noch zweimal den 9:11-Anschluss, ehe nach einer Vinnhorster Auszeit (21.) der Faden komplett riss. Ein 1:7-Lauf binnen neun Minuten machte zunichte, was zuvor mit einigem Einsatz zumindest im Rahmen gehalten worden war. Entsprechend ging es mit einem 9:18-Rückstand in die Kabine.

Und auch der Start in Halbzeit zwei gelang der Eintracht zumindest offensiv nicht wirklich. Fast neun Minuten blieben die Grün-Gelben ohne Torerfolg, ehe Benedikt Israel im Siebenmeter-Nachwurf den zehnten Hagener Treffer markierte. Weil aber die Eintracht-Abwehr mit viel Mut und Flexibilität in den unterschiedlichsten Besetzungen dagegenhielt, pendelte sich der Rückstand in der Folge im Bereich zwischen zehn und 13 Toren ein. 

Hagen versuchte viel, ließ sich nicht hängen, setzte auf die Karte „ganz jung“ und hatte zwischenzeitlich vier U19-Spieler gleichzeitig auf der Platte. Kaltes Wasser, gewiss, aber eben auch wertvolle Erfahrungen auf dem Weg in Richtung Männerbereich. Und so hatte dieser Abend zumindest unter diesem Aspekt noch etwas Gutes.

Weiter geht es am kommenden Samstag mit dem letzten Heimspiel des Jahres. Dann gastiert ab 19.30 Uhr die HSG Varel in der Sporthalle Mittelstadt.


Eintracht: Brockmeyer, Drees - Diehl (3), Berghaus (1/1), Knak, Czerkawski, Flüs, Kauert (3/3), Funke (4), Queckenstedt (1), Israel (2/1), Pfalzer (1), Trute (2), Bökenkamp, Schneider (1), Sekowski (5) 
TuS: Petrov, Eggert - Johannsen, Petkov (3), Tomashevskyi (1), Lungela (16/7), Nielsen (4), Kazimierski (3), Zink, Müßner, Hinz, Fenyö, Kalafut (5), Rohrweber (2)
Schiedsrichter: Jannik Weist/Nico Schöttelndreier (Netphen/Gladbeck)
Zeitstrafen: Eintracht 3, TuS 3
Siebenmeter: Eintracht 5/6 (verworfen: Israel), TuS 7/7
Zuschauer: 187