Der VfL erwischte in der Bierstadt einen Start nach Maß in die Partie und damit in die neue Spielzeit: Mit 4:1 (3.) durch das Tor des neuen Kapitäns Igor Panisic war man sofort im Spiel und setzte sich auch in der Folge weiter ab. Nach nicht einmal einer Viertelstunde erhöhte Paul Ricker auf 13:4 (14.), der Eintracht-Motor lief bis dahin makellos.
Das sollte sich bis zur Pause auch nicht ändern, Chris Funke stellte kurz vor der Halbzeit auf 19:11 (28.). Immer wieder war es der Mittelmann, der das Spiel der Eintracht offensiv clever steuerte und Treffer um Treffer erzielte. Die Gäste gingen zudem bis dahin gut mit der besonderen Situation um, dass in Warstein bekanntlich nur ohne Harz gespielt werden darf.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Eintracht dann fahrlässiger, knüpfte nicht an den Blitzstart aus dem ersten Durchgang an. Beim 23:25 (46.) durch Jonas Schmidt waren die Gastgeber plötzlich wieder in Schlagdistanz. In der Defensive des VfL offenbarten sich nun deutlich zu große Lücken. Und mittlerweile hinterließ auch eine Masse an Fehlwürfen ihre Spuren, das fehlende Haftmittel hatte hier auch einen Anteil.
Mehr als 20 Mal (!) trafen die Hagener nicht das Tor. Doch auch von diesem Fast-Comeback ließen sich die Grün-Gelben nicht beirren und schalteten – zumindest offensiv – wieder einen Gang höher. Beim 29:24 (51.) durch Florian Diehl war der Vorsprung wieder ein beruhigender, den man in den Schlussminuten nicht mehr aus der Hand gab. Spätestens das 36:30 zwei Minuten vor Ende durch Tom Storch bedeutete die Entscheidung im ersten Pflichtspiel. Mit insgesamt zwölf Treffern war es Rückraum-Akteur Chris Funke, der beim Auftaktsieg für die Warsteiner nicht in den Griff zu bekommen war.
Unterm Strich stand damit eine ausbaufähige Leistung in einem kniffligen Auswärtsspiel, das auch aufgrund der Harz-Thematik deutlich unangenehmer hätte werden können. Der spielende Co-Trainer Tim Knutzen, der den verhinderten Chefcoach Jörg Rode an der Seitenlinie vertrat und aufgrund einer eigenen Zerrung nicht selbst auf dem Feld mitwirken konnte, bilanzierte: „Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung – trotz des Sieges. Wir kommen super ins Spiel, setzen genau die Konzepte um, die wir im Training besprochen haben. Dann ist es halt in Warstein so – offensive Deckung beim Gegner, dazu kein Harz, da musst du viel prellen mit dem Ball. Am Ende haben wir gute Moral bewiesen, als es noch einmal kritisch wurde.“
Eintracht III: Schweizer – Diehl (5), Ingwald (4/1), Funke (12), Häseler, Panisic (3), Meier (2), Ricker (3), Lesch, Koshold, Blumhoff, Schmiedel, Ernst (1), Storch (7/4)
